Handyortung

Wie ärgerlich ist es doch, wenn man das Mobiltelefon vergebens sucht. Ein spezieller Dienst kann dabei helfen, schnell fündig zu werden und sich eine Menge Aufregung zu ersparen. Ob zuhause, im Auto oder im Büro liegen gelassen, per Handyortung lässt sich das ganz leicht herausfinden.

Synonym zum Begriff Handyortung wird häufig auch die Bezeichnung Handy Tracking verwendet. Die Technik kann nicht nur im Fall des Handyverlusts eingesetzt werden, auch zum Orten von Personen (z. B. der eigenen Kindern) wird es verwendet. Hiervon zu unterscheiden ist jedoch der Missbrauch dieses Dienstes, der im Übrigen strafbar ist.

Wie funktioniert die Handyortung?

Funktionsweise der Handyortung

©Thinkstock: Hemera

Zunächst einmal muss der Handy Besitzer der Handyortung zustimmen, das heißt das Handy muss für den Dienst aktiviert werden. Dies soll einen Missbrauch durch andere Personen verhindern. Weiter funktioniert die Ortung auch nur, wenn das Handy bzw. das Smartphone eingeschaltet ist. Ortungsanfragen sind in den meisten Fällen nicht kostenlos.

Um den Standort eines Handys zu ermitteln, gibt es verschiedene Möglichkeiten.

  • das Ermitteln über die Funkzelle und die
  • Ermittlung mittels GPS Empfänger

Ermitteln über die Funkzelle

Als Funkzelle werden die Bereiche bezeichnet, die über einen Sendemast abgedeckt werden. Jeder Mobilfunkmast ist dabei mit einer so genannten Cell-ID und somit mit einer eindeutigen Bezeichnung versehen. Da ein eingeschaltetes Mobiltelefon stets mit den nächstgelegenen Sendemast kommuniziert, wird dies auch an den Netzbetreiber weitergegeben. Auf diesem Weg lässt sich anhand der Sendemast Koordinaten und dessen Reichweite die grobe Position des Handys bzw. Smartphones feststellen.

Neben der Registrierung des Mobiltelefons, das einen bestimmten Sendemast anfunkt, wird auch der Wechsel von einem zum anderen Mast verzeichnet.

Je dichter die Sendemäste, desto genauer die Standortermittlung

Sendemast

©Thinkstock: Hemera

Findet die Ortung in der Stadt bzw. in Ballungszentren statt, die über ein recht fein gestricktes Netz von Funkzellen verfügen, erfolgt die Standortbestimmung recht präzise. Für ländliche Regionen hingegen kann dies nicht garantiert werden. Die Genauigkeit kann dabei von wenigen hundert Metern bis hin zu mehreren Kilometern reichen. Demnach ist der Erfolg einer Ortung immer auch abhängig von den jeweiligen Bedingungen vor Ort bzw. von der Größe der jeweiligen Funkzelle.

Ortungsarten

Die Ortung eines Mobiltelefons kann über das Internet oder per SMS Anfrage erfolgen. Dienste, die über ein Online Portal verfügen, verwenden für die Standortanzeige i. d. R. eine Karte. Wird die Anfrage per SMS gestellt, erfolgt eine Benachrichtigung ebenfalls per SMS, wobei der Standort in Form eines Straßennamens ausgegeben wird. Letzteres ist vor allem dazu gedacht, wenn man z. B. das eigene Kind sucht.

Ermittlung mittels GPS Empfänger

GPS steht als Abkürzung für „Global Positioning System“ (globales System zur Positionsbestimmung). Mobilfunk Geräte, die über einen integrierten GPS Empfänger bzw. Sender verfügen, können weltweit geortet werden. Das Ortungssystem via GPS wurde ursprüngliche für militärische Zwecke verwendet, kann momentan jedoch auch für zivile Zwecke genutzt werden.

Metergenaue Ortung mit Hilfe von Satelliten

Im Gegensatz zur Funkzellenermittlung erfolgt die Standortbestimmung via GPS mit Hilfe von Satelliten. Mobilfunkgeräte können jedoch nur geortet werden, wenn das GPS Modul eingeschaltet ist und ein entsprechendes Programm

GPS System

installiert und aktiviert wurde. Wird der GPS Sender jedoch ausgeschaltet, können Handys so auch vom Ortungssystem getrennt und somit nicht mehr lokalisiert werden.

Wird eine Ortungsanfrage gestellt, berechnen verschiedene Satelliten den wahrscheinlichsten Standort des Empfangsgeräts (von ihnen aus gesehen). Die installierte Software vergleicht anschließend die Angaben und rechnet sekundenschnell den Handy Standort (auf bis zu 10 Meter genau) aus.

Verwertung von Standortdaten

Moderne Smartphones bieten hierfür verschiedene Apps an. Einige Anbieter, z. B. Google nutzen z. T. die Informationen, in Form von anonymisierten Daten um weitere Dienste (z. B. Stauwarner) zu optimieren. Hier wird der Nutzer i. d. R. jedoch um seine Zustimmung gebeten. Eine Zuordnung zu Rufnummer und Anschlussnehmer erfolgt dabei nicht. Auch Facebook nutzt z. B. die Technik um den Standort seiner User zu bestimmen. Dies kann jedoch über die Facebook Internetseite ausgeschaltet werden.

Handys mit GPS Modul haben den Vorteil, dass sie mit Navigationssoftware ausgestattet werden können. Dementsprechend bietet es sich an ein solches Handy alternativ zum herkömmlichen Navigationssystem zu nutzen.

Die Ortungsverfahren im Vergleich

Das Ortungsverfahren via Funkzelle kann nicht mit der Standortbestimmung per Navigationssystem bzw. GPS Handy, das mit satellitenbasierter Positionsbestimmung arbeitet, gleichgesetzt werden, da es nicht so genau arbeitet. Jedoch hat es den Vorteil, dass es unabhängig von einem Satellit funktioniert. Demnach reicht für die Ortung lediglich der Netzempfang aus. Ein eingeschaltetes Mobilfunktelefon kann demnach auch gefunden werden, wenn es sich z. B. Gebäuden (im Funkschatten der Satelliten), in einem Tunnel oder unter der Erde befindet.

Nicht für eifersüchtige Partner oder andere Schnüffler gedacht

Funksignal

©Thinkstock: iStockphoto

Handyortungsdienste dienen nicht dazu, dass der Besitzer eines Handys von einer anderen Person unerlaubt ausspioniert wird. Genau genommen handelt es sich hierbei um eine Straftat, die im schlimmsten Fall sogar mit einer Freiheitsstrafe sanktioniert werden kann. Der Handy Besitzer muss der Ortung demnach immer zustimmen. Diese Zustimmung erfolgt i. d. R. per SMS, die vom zu ortenden Handy oder Smartphone aus gesendet wird.

Partner Tracker, wie sie die Firma Jamba anbietet, sind demnach nicht das was sie versprechen. Vielmehr handelt es sich um Unterhaltungsprogramme, die keinesfalls den tatsächlichen Standort einer anderen Person preisgeben.

Neben reinen Ortungsdiensten gibt es auch preisintensive Software, die darüber hinaus sogar gesendete und empfange SMS oder Anrufe eines Handy Besitzers speichert. Auch hier gilt, das ahnungslose installieren eines solchen Programms auf einem Fremdhandy ist strafbar.

Die Ausnahme stellt die Polizei dar, denn diese darf jedes Mobiltelefon in Zusammenarbeit mit dem Mobilfunkbetreiber auch ohne Zustimmung des Besitzers orten. Allerdings ist dies nur zur Überführung von Straftätern gedacht. Für Suchanfragen im Fall des Handyverlustes ist die Polizei jedoch der falsche Ansprechpartner.

Anbieter von Diensten zur Handyortung

Anbieter von Diensten zur Handyortung

©Thinkstock: iStockphoto

Im Internet tummelt sich eine Reihe von Anbietern, die Handyortungsdienste bereit halten. Die hierfür erhobenen Kosten variieren dabei von Anbieter zu Anbieter. Manche Anbieter erheben über die Ortungsgebühr hinaus einen monatlichen Grundpreis. Bei einigen Angeboten handelt es sich um Abos. Mittlerweile gibt es sogar Mobilfunk Tarife (z. B. die Vodafone RED Tarife), die einen Handyortungsdienst bereits als Inklusiv Leistung beinhalten.

Auch zunehmend mehr Handyhersteller bieten Ortungsdienste für Smartphones an. Dazu zählen z. B.:

  • „Mein iPhone suchen“ über den Apple Cloud-Dienst MobileMe
  • uTrack für Samsung Galaxy und Wave Smartphones
  • www.htcsense.com HTC Handys (z. B. Sensation, Desire HD, Desire S, Desire Z, Incredible S) lassen sich hier kostenlos orten und sperren

Darüber hinaus gibt es verschiedene Ortungs-Apps (z. B.: GadgetTrak), die z. T. auch für mehrere Betriebssysteme zu haben sind.

 

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